Mittwoch, 11. Dezember 2013

Festtagsfrisur

Oder: wie man mit ein paar einfachen Griffen Eleganz und Glamour in den Alltag bringt.



Ursprünglich hatte ich vor, Gummibund für eine gestrickte Mütze auszusuchen und hinein zu nähen. Um die Breite zu prüfen, band ich den Bund um meinen Kopf… und dachte, mei, so ein Haarband machte auch was her… Zufällig hatte ich noch ein Stück Pailletten-Band zur Hand… 


Jetzt muss man das Köpfchen einschalten. Gummibund ist elastisch. Pailletten-Band ist fest. Wenn man eins zu eins das Eine auf das Andere näht, verliert der Gummibund seine Elastizität, und somit die Weite (oder Breite). Was ist der Trick?

Ich zog den Gummibund auf den Kopf, sowie es später als Haarband im Haar sein würde, legte das Pailletten-Band darüber, und markierte Anfang und Ende vom Pailletten-Band auf dem Gummibund. Dann nahm ich den Gummibund wieder ab, legte das Pailletten-Band auf dem Gummibund, so dass Anfang und Ende mit den Markierungen übereinstimmen. Dabei ist klar, dass der Gummibund gedehnt werden muss. Um eine gleichmäßige Dehnung zu erreichen, unterteilte ich beide Bänder jeweils in 4 Abschnitte: also Mitte auf Mitte, und Mitte der Hälfte auf die Mitte der Hälfte. Diese Punkte werden festgehalten durch Stecknadeln. Mit einem Zick-Zack-Stich an den Rändern nähte ich beide Bänder fest. Der Zick-Zack-Stich bewahrt die Elastizität. Ich dehnte mit den Fingern den Gummibund auf die entsprechende Länge (vom Pailletten-Band) beim Nähen, wie Ihr dem obigen Foto entnehmen könntet. 

Mit ein paar Stichen war es fertig. 
Ein wenig fühlte ich mich wie eine Prinzessin mit einem Tiara… 

Donnerstag, 28. November 2013

Vorfreude auf Winter-Glamour

Licht wird bekanntlich dort sichtbar, wo es Schatten gibt. 
Und so bietet die dunkle Jahreszeit die ideale Kulisse für Glitzer, Glitter und funkelnde Momente. Da wird selbst das Eisblau zu etwas Warmen, Sonnigen, Lichtvollen.


Für diese selbst gemachten Ohrringe

Freitag, 22. November 2013

Flower Power, Mal anders...

Auf der Suche nach dem Verbindungsstück für meine Flower Power Halskette stieß ich auf diese Stoffprobe: absolut Vintage und passt ein wenig zur diesjährigen Schmuck-Kollektion von Dolce & Gabbane. 

Wenn man also Korkenscheibe beziehen kann mit Stoff… man könnte sie als Hauptelement für Ohrringe verwenden… 




Montag, 18. November 2013

Flower Power

Heute stelle ich euch eine Statement-Halskette vor, deren Herstellung simpel ist und ganz im Sinne von Flower Power steht. 










Freitag, 15. November 2013

Der erste Schnee

… fiel nur zögerlich, begleitet von Nieselregen… 

Der märchenhaft schöne, selbst gestaltete Ring ist das Sinnbild für den winterlichen Zauber. 

Dienstag, 12. November 2013

Schmuck(e) Zeit(en), Teil 2

Wie Ihr euch vielleicht erinnert, sprach ich letztes Mal vom "großen" Schmuck, bold, also gewagt, oder einfach: Statement - Schmuck. Und weil ich so Spass hatte beim Hin- und Zurück-Fädeln der Perlen, fiel mir noch in derselben Nacht ein, wie schön es wäre, eine Art Rosette "einzufädeln".



Das Zentrum bildet eine Perle, die farblich gut zu den restlichen Perlen drum herum passen sollte. Vor allem sollte ihre Durchbohrung groß genug sein, damit man mehrfach den Faden durchführen kann.

Für die Halskette letztes Mal nahm ich Seidenfaden. Für das Vorhaben heute ist der Seidenfaden jedoch zu weich. Die Rosette würde ihre Form nicht halten. Also nahm ich einen dünnen Draht, vom 3,5 mm Durchmesser. Es ist ratsam, den Draht mit einer Zange zu halten, der sehr dünne Draht verbiegt sich und verknittert sonst allzu schnell.  

Dann Perlen abzählen, die Rosette aufs Papier vorzeichnen oder die Perlen ungefähr so hinlegen, dass man ein Gefühl bekommt, wie es eventuell nachher aussieht. Und los geht's!



Zum Schluss das Drahtende mit dem Anfang verknoten. Die Enden durch die große Perle schieben, nochmals verknoten, an einer unsichtbaren Stelle die Enden kappen.


Als Armband dachte ich mir so eine Art Klettverschluss aus. Schwarzes Samtband an beiden Enden von der Rosette aufnähen. Klettverschluss zum Ankleben zurecht schneiden und aufkleben. Fertig!


awesome!

Samstag, 9. November 2013

Ernte-Zeit

Dieser Zierapfelbaum steht bei uns im Hof seit nun schon über einem Jahr. Eigenhändig buddelte ich die Erde frei, setzte ihn, kaum 2 Meter hoch, hinein. Als sich der Frühling Anfang April ankündigte, buddelte ich wieder in der Erde, um den Boden aufzulockern, ein wenig zu düngen, und beförderte nebenbei zwei Dutzende weiße, fette Würmer, die später den jungen Baum befallen hätten, in die Bio-Tonne. Mitte Juli kam biologische Mittel zum Bekämpfen von Spinnmilben, Läusen zum Einsatz. 

Liebe fragt nicht nach Lohn. Die Hege und Pflege tat ich, einfach, weil der Baum nun da ist, weil ich ihn eingeladen hatte, hier zu sein. Und dennoch, wie ging mir das Herz auf, dass der junge Baum den harschen Winter überstanden hatte, als tausende, dufte, schneeweiße große Blüten Ende April aufgingen. Und nun, am Ende des Jahres angelangt, hängen wie kleine, liebliche Lampions rote Früchte über und über in den Zweigen.



Vielleicht fühlte der Baum, dass in mir noch der Jäger und Sammler steckt, jemand, der etwas liebäugelt mit dem einfachen Leben auf dem Land, aber ganz bestimmt vernarrt ist in die Schönheit und den Zauber der Natur… Irgendwann merkte ich auch, dass dem Baum die vielen Früchte zu schwer wurde. Also sagte ich ihm Danke, und erntete die reifsten Früchte. Ich liess noch etwa 1/4 der Früchte stehen, schließlich sind sie doch wunderschöne Augenweide im tristen, kalten Winter.


Es ist etwas merkwürdig und schön zugleich, die Ernte zu verarbeiten. Diese Früchte sind nun auch ein Teil von mir: Es ist alles eins. Ich, der Baum, die Früchte, verbunden durch die Liebe.




Zierapfel kann zur Marmelade oder Chutney verarbeitet werden. Die hier verwendete Sorte heißt Everest und schmeckt nach Hagebutte, Quitte und Roten Früchten.


Man kann die Früchte zu einem Kranz aufstecken.

Oder einfach nur bestaunen. 


Dienstag, 5. November 2013

Schmuck(e) Zeit(en), Teil 1

Wenn Magazine wie Vogue, Elle, mySelf & Co. nicht mehr ausreichen, dann ist es Zeit für Gossip Girl. Die Serie ist u.a. eine Art Fashion-Show, nur, irgendwie lebendiger als Laufsteg, und hat eine Dimension mehr als Hochglanz-Papier. 

Es macht Riesen-Spaß, und ist viel entspannter, auf dem heimeligen Couch people watching zu betreiben, als auf der Straße, beim Gehen, wo es einem doch peinlich ist, das Gegenüber zu studieren, sprich auffällig lange anzugucken, sei sie oder manchmal er, noch so interessant angezogen.


Was mir diesmal auffiel, wahrscheinlich weil es in meiner Garderobe noch fehlt, sind extravagante, teils riesige Schmuckstücke. Halsketten, Armketten, Ohrringe, alles XXL, bunt, gewagt, also bold

Früher scheute ich mich vor Schmuck, wollte nicht wie ein Christbaum aussehen. Heute, wo alles frei ist und gemixt wird, siehe Gossip Girl, macht mehr sogar mehr her. 

Also, Zangen raus, Fäden her, und… etwas Neues ausprobieren. Ihr kennt die roten Bohnen vielleicht noch von diesen Ohrringen. Der 6er Ring hat mir so gut gefallen, dass ich dachte, mehrere Ringe aneinander zu reihen, und daraus eine Halskette zu basteln. Wie bekomme ich aber die Ringe aneinander gereiht?




Ich teile zunächst die Bohnen auf: 6x6. Zwischen den Ringen kommt jeweils eine kleine Perle, durch die ich dann, siehe unten, zwei Male durchfädeln kann. Sie dient also jeweils als Verbindung für die Ringe.

Der Arbeitsablauf: die Hälfte der Perlen in einem Ring (= 3 Bohnen), eine Verbindungs-Perle, auffädeln, wiederholen bis zum letzten Ring. Dann den Faden durch die letzte Verbindungsperle ziehen, die andere Hälfte (= 3 Bohnen) auffädeln, wieder durch die nächste Verbindungsperle fädeln… so lange, bis alle Bohnen aufgebraucht sind. 

Für alle anderen Perlen würde ich Nylon-Faden empfehlen. Ich musste für diese speziellen Bohnen Seidenfaden nehmen, weil die Durchbohrung Nanometer misst, wahrscheinlich… da ginge nichts Anderes durch.




Am Ende angelangt, habe ich die Fäden am Ansatz mit Bastelkleber befeuchtet, und dann zugeknotet. Warten, bis der Kleber trocken ist, die überstehenden Fäden abschneiden. 

Ein Stück Kette hatte ich übrig. Nicht lang genug. Umso besser: Material-Mix. Ich halbierte die Kette, und brachte sie an beiden Enden der Ringe. Was an Längen noch fehlte, wurde mit schwarzem Samtband verlängert (aufgenäht): jetzt ist sogar die Kettenlänge flexibel einstellbar. Und hinten hat man ein wunderschönes Samt-Schleifchen (siehe Foto ganz oben).



… to be continued...




Freitag, 25. Oktober 2013

Liebe(r) das Leben

Letztens las ich doch tatsächlich in einer Zeitschrift, oder war es in einer Zeitung, jedenfalls, dass insbesondere Kreative von der Arbeitssucht betroffen sind. Workaholic?! Aufgewühlt, zog ich schnell quietschend die Notbremse. 

Was macht das wirkliche Leben aus? Liebe! Liebe! Liebe! Flüsterte mir vor fünf Jahren die Amma eindringlich in die Ohren. Es klingt so abstrakt. Die Liebe. 


Ich schloss die Augen. Halt… ich tränkte zwei Wattepads voll mit Rosenwasser und legte sie auf meine müden Augen. Die Kühle, der Duft begannen sofort ihre Wirkung. Ich war wie in einem sanften, weichen, flauschigen Etwas gehüllt. Wie von allein wurde der Körper weicher, die Muskeln gaben nach... auch die Nerven, die Gedanken.

Wie Däumling in einer Walnuss-Schale ließ ich mich in diesem Rosen-Duft wiegen. Sich selbst ins Herz nehmen. Das erzählte ich ein paar neuen Bekannten, vor einer Woche. Wie machst du das? Fragte eine. Und ich erinnerte mich wieder an meine eigenen Worte: Frage dich, wie geht es mir? Was brauche ich? Was tut mir jetzt gut? Nichts, was zu weit weg ist, sondern jetzt, hier, in diesem Augenblick. 

Still werden. Fühlen. Atmen. Oh ja, ich mache mir gleich einen Beauty-Drink: aus etwas frisch gepresstem Zitronensaft, etwas Rosenwasser und Trinkwasser. Wer mag, kann das Ganze noch mit Holunderblüten-Sirup süßen. 

Liebe. So einfach. Und doch, so schwer in einer Gesellschaft, die alles auf Arbeit, Geld, sprich Überleben setzt. Ein Artikel von einer 85-jährigen alten Dame erregte Aufsehen. Am Sterbebett wurde sie gefragt, was sie in ihrem nächsten Leben anders machen würde. Sie sagte: weniger arbeiten, mehr lachen, mehr barfuss über eine grüne Wiese laufen und die Tautropfen an den Füßen spüren, weniger Sicherheit, mehr Risiko und Abenteuer, mehr "Fehler" machen...

Aber warum erst am Sterbebett, und nicht schon jetzt? Und wer weiß, vielleicht lebt man im nächsten Leben wieder bis zum 85. Lebensjahr, um das, was man will, endlich herauszufinden, und es ist vielleicht zu spät?

Egal, was man arbeitet, wie viel man verdient, wie viel Prestige oder Titel man hat. Was die Liebe nährt ist das Sein: da sein für sich selbst, da sein, mit Eltern, Partner, Freunden... man muss nichts tun, oder machen, sondern einfach da sein. Und dann wirst du wissen, ja, an jenem sonnigen Tag, da bist du mit jemandem spazieren gegangen, schüchtern, und doch mit pochendem Herzen, und da, dieser Augenblick des Abschieds, ohne Worte, nur die Zartheit der inneren Verbundenheit. Und die Liebe.



Rosenwasser ist gut gegen Entzündung und insbesondere für die Augen.
Es kann Getränken, Speisen beigegeben werden. Im kosmetischen Bereich als Badewasser-Zusatz, für müde Augen (als Pads aufzulegen), oder als Gesichtsmaske (Heilerde, Rosenwasser, Joghurt).


Freitag, 11. Oktober 2013

Malstunde...

Manchmal werden meine Sehnsucht und die Freude nach Farben so groß, dass ich doch lieber zum Stift, Pinsel oder in diesem Fall, nach der "Maus" greife...

Was ist für dich Gelb, Orange, Gold? Was siehst du in diesem Bild? Was für Emotionen, Gefühle verbindest du mit diesen Farben? Was für Bilder, Erinnerungen schwimmen hoch?


Und was ist in diesem Türkis? Diesem Blau? Kühl? Erfrischend? Oder Friedvoll, gesprenkelt mit Hoffnung?



Sonntag, 29. September 2013

Kornelkirschen Marmelade

Es fing damit an, dass wir letzten Sonntag, nach der Wahl, spazieren gingen. Es wäre die Erde aufgewacht aus einem tristen, grauen Traum voller Nieselregen, war sie nun eingetaucht in sanft goldenes Licht der Sonne. Es war warm und doch mild, selbst der Wind verwandelte sich in eine freundliche Brise. Leichtigkeit, heitere Stimmung lagen in der Luft.

Und da sah ich aus den grünen Hecken rote Früchte heraus leuchten. Kornelkirschen! 


Donnerstag, 12. September 2013

Wohlfühl-Schal

Was für ein Wetter! Endloser Nieselregen, kalter Wind, grauer Himmel... Zeit für Kerzen, eine Tasse heißen Tee, und am besten wohlig warm eingekuschelt. Wie gut, dass ich mir letzter Woche schon etwas Neues einfallen liess, um elegant durch diese Jahreszeit hindurch zu schreiten.


























Dienstag, 3. September 2013

Galerie Aktualisierung

Ist es der nahende herbstliche Nebel, oder das Licht der Hoffnung, das alle Schleier lichtet... ein bisschen Casper David Friedrich, ein wenig wilde, einsame Romantik.

Viel Freude beim Betrachten.


DämmerungII

DämmerungI


traveller

Donnerstag, 29. August 2013

Granny Squares Poncho

Granny Squares: ähnlich wie Patchwork dient diese unglaubliche Erfindung, Material-Reste, in diesem Falle Wolle, zu etwas Wunderschönem zu verarbeiten. Da nun der Herbst naht, und die Temperatur am Abend einstellig wird, dachte ich mir, ein Poncho wäre doch was Feines, um mich warm zu halten. 


Knapp 3 Knäuel Wolle gemischt mit Mohair (feinste, weiche Ziegenwolle) standen zur Verfügung, d.h., ca. 3x 180 cm an Fadenlauf. Wenn man eine Breite von 40cm stricken würde, ergäbe es eine Länge von ca. 90cm bis 1m... es würde auf jeden Fall ein kleinerer Poncho, mit genug Freiraum für die Arme, da ich ja so viel mit Händen arbeite... 



Letztendlich wollte ich doch lieber häkeln. Die Granny Squares faszinieren mich seit April diesen Jahres. Und jetzt ist es Zeit, sich ran zu wagen. Es gibt sie, die "Squares", oder Quadrate in verschiedensten Variationen. Einfarbig, oder mehrfarbig, sie sehen entzückend aus. So komplex es am Anfang wirkt, es handelt sich doch nur um bekannte Maschen: feste Maschen, Luftmaschen und Stäbchen. Es ist wie ein Koch-Rezept, man setzt sich hin, mit etwas Zeit, folgt der Anleitung, und schon ist ein Quadrat fertig. Danach ist Routine. 

Wie Ihr oben auf den Fotos seht, habe ich den Design nach und nach "hin gelegt".

Es sieht doch romantisch aus, sehr englisch, ländlich, sehr feminin...



Tja, und weil es so schnell ging, und die Squares wirklich bezaubernd aussehen, habe ich doch gleich einen neuen Design ausprobiert. It's the Granny-Squares-Maniac. Mals sehen, ob das Experiment als Untersetzer endet oder wo es mich noch hinführt. 




P.S. Bei Anfragen gebe ich gerne Anleitung weiter. 

Donnerstag, 22. August 2013

Was ist ein Künstlertreff?

Oder: Meet the creator in you

Viele sehnen sich nach mehr Kreativität in ihrem Leben. "Es muss doch noch etwas Anderes geben... (als die Routine)" Geld (Mangel) ist Argument Nr. 1, dicht gefolgt von "Zeit" (Mangel), um doch noch an seinen wahren Wünschen vorbeizugehen. 

Um kreativ zu sein und zu bleiben, muss man tatsächlich ab und an aus der Routine brechen, selbst wenn man schon kreativ tätig ist. D.h., radikal und mit Vergnügen alles stehen und die Seele baumeln lassen. Irgendwie haben wir das verlernt seit Anbeginn des Industrie-Zeitalters. Begriffe, die sonst für Maschinen und Automaten verwendet werden, finden nun auch in Bezug zum Menschsein wieder. Wir sind zu sehr gewohnt, zu "funktionieren", an "reibungslosen Ablauf"... was ist mit Unberechenbarkeit? Mit Lust und Laune? Mit Wundern?

Wie oft unterdrücken wir diese inneren Impulse, die uns letztlich zu mehr Freude führen (würden), und vergraben uns in Arbeit und das, was wir "kennen". Und wundern uns irgendwann, warum immer alles gleich ist. 

"Künstlertreff" (aus "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron) ist eine Übung, wie wir das Kreative, den Schöpfer in uns, wieder aktiviert, etwa wie einen vernachlässigten Muskel. Sie wird auch als "Brunnen auffüllen" bezeichnet, d.h. wir tanken dabei Energie auf. Diese Übung zeigt vor allem, dass weder Geld noch Zeit gegen das Kreativ-Sein spricht. 

Es ist eine Verabredung mit dir selbst. Zeit und Ort bestimmst du selbst. Gehe tief in dich hinein und frage, spüre hin, worauf du wirklich Lust hast. Fange im Kleinen an. Fange im Hier und Jetzt an. Sei sehr praktisch, was lässt sich leicht und sofort realisieren. Das Kreative in einem mag nicht, hinweg getröstet zu werden, es ist schon zu oft hintergangen worden (kein Geld, keine Zeit). Und mache es allein, nur du, mit dir selbst, für dich.

Ein ausgedehntes Bad mit Kerzen und Duftessenzen ist ein Künstlertreff, ein Spaziergang, ganz allein, oder einfach 15 Minuten lang die Augen schließen und nichts tun, nicht einmal die Stille lauschen. Was wolltest du schon immer Mal ausprobieren? 

Ich bin letzter Woche mit ein paar Euros in der Hosentasche losgezogen. Ich wollte unbedingt zu einem indischen Lebensmittelladen gehen. Natürlich sagte der Verstand, Neiiiiiin, da gibt es doch nichts (was ich nicht schon zu Hause habe)... ich blieb standhaft und folgte meinem Impuls. Das lernt man auch im Laufe der Zeit: folge deinem Impuls, gehe deiner Neugierde nach. Der Verstand wird den Verstand verlieren, und das ist gut so. 



Es war ein schöner Spaziergang in der Sonne. Natürlich kannte ich schon das Meiste aus der indischen Küche, und trotzdem, allein, dass ich alles stehen ließ und einfach loszog, aus einer Laune heraus, das war schon super befreiend. Ich "muss" nichts auf dieser Welt. Na ja, und dann, es ergab sich so... unterhielt ich mich mit dem Ladenbesitzer, und er kochte eigenhändig einen indischen Chai für uns. Es war fast ein bisschen so, wie wenn ich verreist wäre, auf die andere Seite der Weltkugel... tatsächlich gab es auf dem Heimweg einen Schritt, da war ich noch 5 Minuten von Zuhause weg, da fühlte ich, wie ich von einer Welt in die andere, in meine Heimat, zurückkehrte. 

Ein paar Souvenirs hatte ich mitgenommen. Die Tees waren überwältigend: aromatisch, dufte, cremig... und die Farben von Indien...  inspirierten mich zu einer Tischkarte, die ich mir schon immer machen wollte: "geniessen".


Ich hätte auch schreiben können: 20x kauen bei jedem Biss. Doch darum geht es nicht, nicht um eine Zahl, die man aus medizinischen Gründen erfüllen muss. Der Künstlertreff oder das Brunnen Auffüllen trainiert einen sicherlich auch darin, etwas mehr inne zu halten, aufmerksamer zu werden, und dadurch achtsamer (wie in Zen-Buddhismus), empfindsamer. Man wird zu einer Schale, empfänglich, für Außen und Innen. Und irgendwann überträgt man diese Aufmerksamkeit in allen, was man tut, nicht nur während der "Auszeit". Und eben auch beim Essen. 


Welche Farben hat das Essen? Welche Konsistenz? Was für Gewürze sind darin? Und was ist das, was auf meiner Zunge so prickelt? Was für Kräuter sind darin, wie schmeckt das Essen mit ihnen und ohne? Mag ich alles vermischen oder lieber jedes für sich schmecken? Ich möchte nicht mehr "schnell, schnell" etwas hinunter schlingen, sondern da sein, in diesem Augenblick, und das Leben mit all seinen Farben, Duft und Geschmack leben. 

"Geniessen" bedeutet für mich auch Dankbarkeit. Dankbar für die Fülle und Kreativität, in dem, was ich empfange, und in der/m Empfänger/In.




Donnerstag, 15. August 2013

Sinn & Sinnlichkeit

In der Welt der Sinne gibt es viel zu entdecken. Samt & Seide, Feder, Spitzen, Perlen... Hauchzartes trifft auf Weiches, Anschmiegsam trifft auf Kitzelndes, Wuscheliges zum hinein Kuscheln, Glitzerndes, um zu strahlen.


Warum ich auf die Idee dieses Beitrags gekommen bin... der Anstoß war ein Brief eines jungen Mannes, zitiert in Hannelore Traugotts Buch "Lilith - Eros des Schwarzen Mondes"(S. 48-52). Darin verdeutlichte er, sinngemäß, den sinnlichen Reichtum der Frauen, dadurch, dass sie sich - schon im frühen Kindesalter - schön machen, schmücken. Den Jungen wird dieser Art Zugang zum eigenen Körper, zu den sinnlichen Entdeckungen und Genüssen verwehrt. Was daraus resultiert, sei eine Entfremdung vom Körper, von Sinnlichkeit, aber auch Mann von Frau. Die Frau bleibe dem Mann faszinierend, aber auch fremd, ein Mysterium, dadurch auch Angst einflößend. 

Ich muss an dieser Stelle auch etwas schmunzeln. Wie oft wünschen sich Frauen von ihren Männern Reizwäsche, oder dass sie, die Männer, sie beim Kleiderkauf begleiten, beraten. Und wie überfordert die ersteren in den Sofas der Läden vor Erschöpfung & Langweile einschlafen.



Als ich selbst auf die Entdeckungsreise ging, hatte ich Freude an der Fülle der Materialien, die uns heute zur Verfügung stehen. Ich achte darauf, dass ich verschiedene Materialien in meinem Kleider-Repertoire wieder finde: Baumwolle, Seide, Samt, Tüll, Spitze, Wolle, ...  Wie gesagt, aus Freude an der Fülle. Auch die Sinnen werden dabei angesprochen und belebt. 

Ganz klar bestimmen heute der Alltagsrhythmus, die Bedürfnisse in der Arbeit sowie in der Freizeit den Kleidungsstil. Viele wunderschöne, kostbare Materialien sind nun Mal weniger strapazierfähig. Auch ich bin so gut wie nie behängt mit Schmuck wie der Weihnachtsbaum. Und doch versuche ich, etwas Besonderes, Sinnliches in meinen Alltag mit einzuweben, sei es auch nur, dass es "irgendwo sichtbar rum liegt", um vor lauter "praktisch, quadratisch, gut" das Leichte, das Sinnliche, die Freude nicht zu vergessen.

Brosche, designed & made by Qing

























Und dennoch, der Brief des jungen Mannes hat mich schon sehr bewegt, inspiriert. Oft habe ich selber daran gedacht, wie schön es ist, eine Frau zu sein, all das Wunderschöne tragen zu können, zu dürfen. Gleichzeitig wünschte ich mir, für meinen Partner etwas zu entwerfen, z.B. schöne Farben, oder Material-Mix, um aus der "Grauzone" herauszukommen, um sich, die eigene Energie und Freude auf dieser Ebene auszudrücken. 

Die Stimme des jungen Mannes hat mir die Augen geöffnet, wo ich noch konform mit manchen gesellschaftlichen Ungleichheit-Denken mitgehe: z.B. dass es nichts dabei ist, oder eher eine Bereicherung für Jungen/Männer, wenn sie die Materialien befühlen können, um die Freude und den Körper zu verstehen, um die Sinnlichkeit zu entdecken. Das schließt z.B. auch mit ein, dass Jungen lange Haare tragen (dürfen), um dieses Sinnliche zu fühlen, und zur Schau zu tragen. Oder sich eincremen, als Ausdruck, liebevoll und sanft mit sich selbst umzugehen.

Dadurch wird die Frau für den Mann auch greifbarer. Mit weniger Angst (aus Unwissen) wird der Mann der Frau entspannt näher sein können. 










Donnerstag, 8. August 2013

70's Revival

Es gibt neue Stoffe in der Stadt... bunte, bedruckte, mit Messages wie "be love", und "You are a ray of sunshine in a world that's sometimes grey. The magic of your company will lighten up the day..."

Kiss, hug, Peace & LOVE.








Ich machte mich gleich an die Arbeit. Der Stoff ist "standfest", also  geeignet für Hosen, Jacken... 

Ich wählte Hose. 3/4 Länge, mit Reißverschluss an der Seite, passend zu 70's Motiv auf dem Stoff.

... und passend zu den neuen Plateau-Schuhen, die zeitgleich zum Stoff mitkommen wollten.

Für Hosentaschen auf der Rückseite suchte ich zwei besondere Motive aus: "be love" und den Kussmund.




Auf arte sind gerade Doku-Reihen über die wilden 70's: Revolution, neues Denken, Befreiung auf vielen gesellschaftlichen Ebenen... und eben auch Spaß, Hose mit Schlag, Sexyness, Plateauschuhe...

Und Andy Warhol, Pop-Art, Farben, wilde Frisuren...