Samstag, 29. Juni 2013

Juni Poesie


Ende Juni, mein Herz gefüllt mit Stille, Weite und Poesie. Aus diesem Gemüt heraus entstanden diese Bilder. Sie erinnern mich ein wenig an arabische Kaligraphie, in der Inhalt und Form zu einer Gesamtheit verschmelzen. Die Araber benutzten das gemalte Wort, um philosophische und poetische Inhalte zu transportieren. Dabei, wie das untere Beispiel zeigt, sind sie offen für geistige Perlen aus der ganzen Welt.

Der Text lautet: Die ganze Wirksamkeit wohnt in der Stille.
(Lao Tse, 570-490 v.Chr.) 


Der Text, den ich für meine Bilder ausgesucht habe, stammt aus den Federn von Khalil Gibran. Es geht um die Liebe, darum, das Herz zu öffnen, lebendig zu sein, eben auch verletzlich, wie eine zarte Blume. Ihr ist es egal, ob jemand sie sieht oder nicht, ob sie gepflückt, oder zertrampelt wird, und ob sie irgendwann verwelkt. Sie gibt sich dem Leben und der Liebe hin, blüht auf, und steht in ihrer ganzen Schönheit und Pracht. Und so, denke ich, wollen all die Meister uns sehen: lebendig. Denn Leben ist Liebe, Liebe ist Leben. 

Hier der vollständige Text:

Von der Liebe
Da sagte Almitra: Sprich uns von der Liebe.
Und er hob den Kopf und sah auf die Menschen,
und es kam eine Stille über sie.
Und mit lauter Stimme sagte er:
Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr.
Sind ihre Wege auch schwer und steil.
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
Auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann
wie der Nordwind den Garten verwüstet.
Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,
steigt sie hinab zu deinen Wurzeln und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit.
Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;
Und dann weiht sie dich ihrem heiligen Feuer,
damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.

All dies wird die Liebe mit dir machen,
damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst
und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.
Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst,
dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
und vom Dreschboden der Liebe zu gehen
in die Welt ohne Jahreszeiten, wo du lachen wirst,
aber nicht dein ganzes Lachen, und weinen,
aber nicht all deine Tränen.
Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst.
Liebe besitzt nicht, noch lässt sie sich besitzen;
Denn die Liebe genügt der Liebe …
Der Prophet, Khalil Gibran






Montag, 24. Juni 2013

Lemon-Meltaways

Zitronig, fluffig, zart, zergeht auf der Zunge... Diese Zitronen-Kekse, oder Lime/Lemon-Meltaways sind die Evergreens in meiner Küche. 

Donnerstag, 20. Juni 2013

die Verwandlung eines Wickelrockes

Oder: was man beim Zuschneiden von bemusterten Stoffen beachten muss

Es war einmal ein wunderschöner Wickelrock, mit wunderschönem indischen Elefanten-Print. Er bedeutete mir deshalb soviel, weil der Elefant im Buddhismus für die Erleuchtung, die Weisheit steht; der indische Elefanten-Gott Ganesha versinnbildlicht die Beharrlichkeit, durch alle Hindernisse /Herausforderungen hindurch zu gehen. Ja, und Ganesha bringt des weiteren die Fülle. 

Es ist mir durchaus nicht egal, was ich anziehe = "an-ziehe". Alle Farben, Bilder haben Bedeutung, Energie, die sehr heilsam sein kann. Oft fühlt man sich angezogen zu einer bestimmten Farbe, man kann nicht genug davon haben... oder man fühlt sich abgestoßen von einer anderen... 

Als ich mich mit dem Strickmuster beschäftigt hatte, hatte ich irische Muster entdeckt, die Frauen für ihre Seemänner entworfen haben, um sie beim Seegang zu beschützen... 



Leider war der Rock sehr durchsichtig und nicht breit genug, und da kam mir eines Tages die Idee, aus dem knappen Stoff ein Kleid zu nähen.

Das erforderte allerdings viel Aufmerksamkeit beim Zuschneiden des Stoffes, weil der bemustert ist! Wo man sonst nur den Fadenlauf beachten muss, und somit die Schnittteile auch Mal auf den Kopf gestellt auf den Stoff legen kann, muss man bei bemusterten Stoff ganz genau hingucken: z.B. die Symmetrie auf der Vorderseite und im Rücken! Na ja, und dass die Elefanten nicht auf dem Kopf stehen...

Die größte Herausforderung ist immer das Anpassen von Design/Schnitt und Stoffmenge... aber so etwas macht mir ja immens Freude... kreativ sein, Lösungen finden...


Ein Futter wurde noch zum Kleid eingenäht: die obere Hälfte aus leichter, dünner Baumwolle, die hautfreundlicher ist als synthetischer Stoff. Unten beim Rockteil wurde allerdings doch ein synthetischer Stoff verwendet, da der glatt ist, und der Oberstoff daran besser gleitet, statt daran zu verheddern, was die Optik kaputt macht. Man will ja nicht ständig das Kleid zurecht zupften...

Sonntag, 16. Juni 2013

des Gärtners Freude

Erst die Arbeit, symbolisiert durch die Biene, übrigens zieht sie oft die Blüte (Geißblatt) wie ein Hut über ihrem Kopf, um besser an den Nektar ran zu kommen.




Dann ernten: erste Erdbeeren auf dem Balkon. Natürlich: es geht mehr um Freude und Staunen, als um Selbstversorgung... für Pflegeanleitung zu den mehrmals tragenden Erdbeeren klicke hier


Auch der/die FotografIn kommt hierbei nicht zu kurz mit überreichen Motiven. Und das mitten in der Stadt, auf wenigen Quadratmetern über der Erde, in luftiger Höhe... 

Das Wichtigste bei der Pflanz-Auswahl, ob für Garten oder Balkon, besteht darin, dass man zu Allererst das Lichtverhältnis des Pflanz-Ortes ganz genau beobachtet! Weitere Faktoren sind: Wie viel Wärme (z.B. durch eine Mauer)? Ist der Ort Regen/Windgeschützt durch Überdachung o.ä.? Entsprechend den Verhältnissen ergibt sich eine Auswahl (immer noch groß genug!) an Pflanzen, von denen man sich genau überlegt, welche man gerne um sich haben will. Zuletzt kommen dann die spezifischen Ansprüche der einzelnen Pflanzen: Manche mögen saure Erde (Azalee, Rhododendren, Heidelbeere), Rosen sind besser aufgehoben in nahrhafter Rosenerde, Tomatendünger sind sowohl für Tomaten, Paprika, Auberginen geeignet wie für Beerenobst; Clematis mag Schatten für die Füße, jedoch Licht für die Blüten und Blätterwerk, Kapuzinerkresse sind hübsch, ziehen jedoch Blattläuse in Scharen (!) an, was die Bio-Bauern wiederum in der Landwirtschaft einsetzen, um letztere ohne Chemie von Gemüse abzuhalten. 

Viel Freude beim Experimentieren, Beobachten und Ernten!




Sonntag, 9. Juni 2013

Gute-Laune-Topflappen

Uuuups, was ist das? Nach 20 Jahren (!) Treue verabschieden sich so langsam die hellblauen, lustigen Kühe von meiner Küche. Nichts für ungut, denn insgeheim freue ich mich über das neue Näh-Projekt...




Ich freue mich immer, wenn sich etwas Altes verabschiedet: denn es bedeutet zugleich, dass etwas Neues beginnt / kommt! Und für das Neue habe ich als Symbol gewählt: eine Sonne und ein Schmetterling...  

Nun also zuerst zu den Materialien: alles Stoffreste aus Baumwolle, die für den Zweck hier wie gemacht sind. Der karierte Stoff ist sehr dünn, den werde ich unterlegen mit ungefärbten Leinen; für die Einfassung habe ich Schrägstreifen ausgeschnitten.




















Um einen Schrägstreifen selber herzustellen, einfach einen Geo-Dreieck an die gerade Stoffkante legen und mit der Kreide eine Linie ziehen. Für eine 1cm breite Einfassung braucht man i.d.R. einen 4cm breiten Schrägstreifen. Die Länge entspricht dem Umfang des Topflappens +  Länge für Schlaufen (zum Aufhängen).





















Während die Rückseite an die vorhandene Wattierung (in Rauten) gesteppt wird, gestalte ich die Vorderseite, wie gesagt, mit ein paar kleinen liebevollen Details. Der Trickmarker verschwindet je nach Material entweder gleich oder nach einem halben Tag. Auf jeden Fall erst auf einem Stück Reststoff ausprobieren!


Motiv auf dem Papier vorzeichnen, ausschneiden, mit dem Trickmarker der Kontur entlang fahren, dann mit buntem Faden nachnähen.

















Außerdem hatte ich ein wenig mit bunten Faden als Stepplinien experimentiert...


















Jetzt kommen wir zu dem anspruchsvollsten Schritt dieses einfachen Projektes: die Einfassung. Schrägstreifen zunächst zurecht bügeln: zur Hälfte falten, die jeweiligen Hälften wiederum zur Hälfte falten. Schrägstreifen werden hier vor allem gebraucht, um die abgerundeten Kanten zu umkurven. Da die 4 Stoffschichten plus Wattierung recht dick sind, ist man bei der Befestigung mit den sogenannten "Architekten-Klammern" besser dran als mit Stecknadeln! 




Geschafft!

Donnerstag, 6. Juni 2013

work in progress

Yipiih! fast ist es so weit, mein Strickmantel... Ihr erinnert euch... an den post Stoff-Design oder Wolle-Monat Mai. Es fehlen jetzt nur noch ein paar Kleinigkeiten... ... Das ist jetzt natürlich nur ein Vorschau..., aber ihr ahnt vielleicht auch schon, wie hübsch es wird, wenn  der Mantel fertig ist...



man könnte auch sagen: ja, so viel hat es geregnet in der letzten Zeit... oder: super, was man alles erschaffen kann, wenn man nicht fernsieht. 

Tatsächlich ist es so, dass, so kompliziert das Muster aussieht, irgendwann, durch die ständige Wiederholung, weiß man die Muster in- und auswendig. Und was machst du, wenn du Routine hast? Ich fange an, das Muster hinter dem Muster anzuschauen, zu verstehen, d.h., logisch zu analysieren, um dann selber Muster zu entwerfen. Nun ja, mit dem Lochmuster klappt es noch nicht so gut, es ist tricky, ich verstehe es so gut, dass ich die Abfolge der Masche leicht lerne. Anders verhält es sich mit dem Zopfmuster! Da hatte ich den Dreh so raus, dass ich sogar Mal einen Wald und einen Baum mit den verschiedenen Zopf-Varianten gestrickt hatte! 

Im Grunde will ich immer Bilder erschaffen, ob mit Gewürzen, oder Wolle, oder Fotos... und so erging es wohl auch den Frauen aus dem letzten Jahrhundert, die, ohne Fernseher, bei Kerzenlicht, die wunderschönsten, aufwendigen Trachtenmuster erschaffen haben... 

Kreativität braucht Zeit und Raum, um als Idee zu reifen, und um als Materie geboren zu werden...