Sonntag, 28. Juli 2013

Sommer hoch3, der Zweite

Wow, diese Hitze, eine echte Herausforderung... sich in Gelassenheit zu üben. Einfach nichts (dagegen) tun... und irgendwie verstehe ich jetzt, warum das Abendmahl in südlichen Ländern erst ab 21 Uhr los geht. Dafür mit vielen schönen Leckereien. 

Joghurt und Minze kühlen von Innen, Gewürze wie Kreuzkümmel entkrampfen und helfen der Verdauung, Chili unterstützt das Schwitzen und somit das Senken der Körpertemperatur. Kurkuma (Gelbwurz) lindert Gelenkschmerzen, und das im letzten Beitrag vorgestellte Zitronenwasser sowie der Koriander reinigen die Leber auf ganz natürliche Art.















Mittwoch, 24. Juli 2013

Sommer hoch3

Sommer, Sonne, so präsentiert sich der Juli 2013... und warum hoch3? Weil drei Sommer-Kräuter Einzug gehalten haben bei mir, nicht nur auf dem Balkon, sondern auch im Alltag, in der Küche.

Was gibt es z.B. Erfrischenderes als mit (Bio-)Zitronenscheiben und Marokkanischer Minze parfümiertes, aromatisiertes, pures Wasser. Für Menschen wie mich, die oft das Trinken vergessen (weil das Wasser auf Dauer zu fad' wird, vieles Andere zu süß), animiert mich dieser Mix geradezu, die Einladung auf die feinen (ultra-gesunden) ätherischen Öle anzunehmen. 





Zitrone hat außerdem den Vorteil, dass ihr Saft basisch wirkt. Ein guter Ausgleich im hektischen Alltag, wo der Körper durch Stress, zuviel Zucker sowie Fleischkonsum eher übersäuert ist.

Wenn es so heiß ist, will man gerne etwas von der Küche aus heißen Regionen wie Südost-Asien, Mexiko, Arabien abschauen. Koriander z.B. ist ein wichtiger Zutat in der asiatischen und mexikanischen Küche: ob in Salsa ("Sauce") mit Tomaten, fein gewürfeltem Knoblauch und Limettensaft; oder als erfrischende Würze in Fisch- oder Fleischgericht. 



(Fast) Untrennbar vom Koriander ist das Thai-Basilikum, zumindest, was vietnamesische, thailändische Küche betrifft. Beide zusammen verleihen Suppen, Reisnudeln, gebratenem Fleisch, Curry einen einzigartigen Geschmack. Erfrischend, Appetit anregend, genau das Richtige für die Hitzewelle.



Die Kräuter kann man inzwischen überall bei Gemüse- und Obsthändlern finden. Minze braucht eher einen schattigen Platz, auch bei den anderen zwei wäre pralle Sonne abzuraten. Später wird der Koriander aufblühen, sehr süße weiße Blütendolden, die nach dem Abblühen den Gärtner mit vielen, wohl duftenden, beige-braunen Samen belohnen. Die Samen kann man als Gewürz für Brot, Weihnachtsgebäck oder indische Currys verwenden, oder nächstes Jahr im Frühling aussäen.

Die Minze ist mehrjährig, das Basilikum einjährig.


Das war nun der Auftakt zur Sommerküche, mehr Ideen wie unten abgebildet + Rezept gibt es im nächsten Beitrag. 


Dienstag, 16. Juli 2013

Lebensbaum

Es war einmal eine schicke, elegante Einkaufstüte, quer gestreift, in schwarz-weiß.
Es war einmal eine Weinschachtel, die, nachdem der Inhalt behutsam in Keller abgelegt wurde, auf die Altpapier Tonne gestellt wurde, weil sie viel zu groß war.
Es war einmal eine junge Frau, die in London einen wunderschönen englischen Hut kaufte in einem Second-Hand Laden, und die schwarz-weiß gestreifte Tüte wurde mitgegeben, als Hutschachtel-Ersatz. Und die junge Frau fand eines Tages die Weinschachtel, ganz einsam und verängstigt ob ihres Schicksals, und dachte sich, ach, mit der könnte ich schon was anfangen...



Und so wurde die Schachtel hin und her gebogen, da was abgeschnitten, dort was zugeklebt. Apropos Kleben, nehmen wir doch gleich die schwarz-weiß gestreifte Einkaufstüte, dachte die junge Frau, dann kann ich beim Einkleiden der neuen Schachtel mit den Streifen graphische Spielereien machen.




Eine ganze Weile stand die schwarz-weiß gestreifte Schachtel bei der jungen Frau und bewahrte mit Freude alles Papier, was sie benötigte für ihre kreative Ideen. 


Eines Tages schnitt die junge Frau einen Lebensbaum aus weißem Papier. Warum, wusste sie nicht so genau. Bäume waren einfach gerade sehr präsent in ihrer Wahrnehmung. Z.B., wie sie ihre Zweige in den Himmel strecken, während die Wurzeln fest in der Erde verankert sind. Das war ein schönes Bild. 


Aber wohin mit dem Scherenschnitt? Hm, es macht sich doch ganz gut an der Schachtel, dachte sie, nur Gestreiftes, ist etwas zu streng... und so kam die Schachtel zu ihrem neuen Gesicht.


...Und die Vögel singen noch heute fröhlich in dem Lebensbaum.





Montag, 8. Juli 2013

Its gorgeous to be a woman...

What can I say, it's gorgeous to be a woman...



Das Leben spielt so sein Spiel... Es gibt immer wieder Momente im kreativen Schaffen, wo es an Magie grenzt: ich sehe zu, wie sich meine Finger bewegen, ohne zu wissen, was ich tue. Ich bin lediglich der Zuschauer. Es ist, wie wenn jemand in mir das Kommando übernommen hätte.

Dieser grüne Top ist ein Beispiel dafür. Das Original war eine Weste. Sie wurde mir übergeben, weil der Schnitt völlig unpässlich war: dort zu weit, wo es eher schlank ist, da zu eng, wo man Bewegungsraum bräuchte... was am wenigsten zumutbar war, war die vordere Knopfleiste, an die 20 kleine Knöpfe von 0,5 cm Durchmesser hätte man zuknüpfen müssen, mit viel zu kleinen Knopfschlaufen... 

Ich wusste, ich werde die fehlende Stoffbreite mit etwas Anderem ersetzen müssen. Da kam mir gerade die Spitzen-Bordüre entgegen. Als Blende vorne am Halsausschnitt erspare ich mir zudem die Arbeit, Besatz anbringen zu müssen. Außerdem, gibt es etwas Sexyeres als Spitze?! 




















Auch die vordere, umständliche Knopfleiste musste ich entfernen, und die Vorderteile in der Mitte  zunähen...


Da aber der Stoff nicht elastisch ist, musste woanders, d.h., es blieb nur noch die Seite, ein Reißverschluss angenäht werden. 

Die Weste hatte ursprünglich einen Kragen, der kam ebenfalls weg. Der Rücken wurde um die Breite der Spitzenbordüre erweitert, dafür konnte ich an den Seiten den Schnitt (Ärmelloch, Taille, Gesamtlänge) meiner Figur anpassen. Das Gleiche machte ich mit den Vorderteilen. Tja, und zum Schluss noch Besatz anbringen, an den Ärmellöchern, und am rückwärtigen Halsausschnitt, sowie an der unteren Kante des Tops: damit die Spitzenbordüre sauber abgeschlossen wurde. 

Sagte ich vorhin, die Hände bewegten sich magisch wie von alleine? Ja. Aber eben doch aufgrund der vielen Erfahrungen, Überlegungen sowie Visualisierungen im Voraus, und dann... 

... dann muss man tatsächlich ein wenig zur Seite treten, wenn das Kreative in einem loslegt. 

Denn das Kreative, das ist das Magische, es liegt in unserer rechten Gehirnhälfte. Es ist unsere weibliche Seite (bei Männern wie bei Frauen), die ganzheitlich vorgeht, die synthetisiert statt zu analysieren oder auseinander zu nehmen. Sie arbeitet nicht logisch, sondern intuitiv; nicht sukzessiv, sondern multipel, gleichzeitig. Nicht gerade zielgerichtet, ist ihre Stärke die Freiheit, die Imagination. 

und und und...

Like I said, it's gorgeous to be a woman...

Freitag, 5. Juli 2013

Die Freude des Fisches

Vor ein paar Jahren wurde ein Dutzend oder mehr Karpfen in den Nymphenburger Kanal (München) eingesetzt. Schon damals imponierten sie mit ihrer Größe. Immer wenn ich dort spazieren ging, war es obligatorisch, sich über die Brüstung der Brücke zu beugen und diese majestätischen Wesen zu bewundern.


Vor allem hat es mich gefreut, dass ein so symbolträchtiges Tier, zumindest in der chinesischen Kultur, in der Nähe meines Zuhauses war. 



Sicherlich symbolisiert der Karpfen Fülle, Wohlstand. Doch im Taoismus nimmt dieser Fisch einen besonderen Platz ein: den Platz der Freude. Ich ging also immerzu freudig dem Kanal entlang. Und eines Tages, "Platsch!!!", knallte es auf dem Wasser. Ungläubig schaute ich zum Kanal rüber. "Das war doch nicht..." dachte ich, und, "Platsch!!!", diesmal hatte ich es mit den eigenen Augen gesehen, auch wenn es nur einen Bruchteil der Sekunde gedauert hatte: ein Karpfen sprang aus dem Wasser! Jetzt ist das glücksverheißende Omen vollständig: ein springender Karpfen!

Etwa so, wie unten. Anscheinend ist vor Freude Springen unter allen Lebewesen auf der Erde verbreitet. Selbst die schwersten Tiere der Meere lassen diese Gelegenheit nicht aus. 


Bild entnommen von youtube Video:
Humpback Whale shows amazing appreciation after being saved
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=weKva5P9-Vs




Und die chinesische Geschichte um den springenden Karpfen? Sie geht auf den Zhuang Zi (Viele kennen andere Transkriptionen: Dschuang Tse, Tschuang Tze) aus dem 4. Jh. v.Chr. zurück, ein taoistischer Meister, dessen Humor, Radikalität und Leichtigkeit sicherlich auch den chinesischen Zen-Buddhismus geprägt hatte: 

Eines Tages ging Zhuang Zi mit seinem (liebsten und besten) Freund (der Rhetorik) am See spazieren. Als sie so am Ufer standen, machte es "Platsch!!!", ein Karpfen sprang aus dem Wasser. "Sieh!" rief Zhuang Zi aus, "wie sehr sich der Fisch freut!" Der Freund (es war Hui Zi) erwiderte: "Du bist doch nicht der Fisch, woher weißt du, dass sich der Fisch freut?" Zhuang Zi antwortete darauf hin: "Du bist nicht ich, woher weißt du, ob ich weiß, dass sich der Fisch freut?"




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