Mittwoch, 28. Mai 2014

have a cup of tea...

Tee Trinken ist deshalb eine Hoch-Kultur, weil es etwas kultiviert, was heute eine völlig unbekannte Tugend bzw. Kunst darstellt: sich Zeit nehmen, da Sein.

Eine Tasse Tee in der Hand und zusehen, wie das Leben gemächlich dahin fliesst wie ein gewaltiger Strom, und man ist mit, ja mittendrin, in diesem Wunder: Wo alles geschieht, zu seiner Zeit. Eine absolute Balance, Harmonie. 

Die alten chinesischen Taoisten erkannten, dass, wenn wir Menschen die Gesetze der Natur, der Schöpfung verstehen, und nach ihnen leben, wir unermessliches Glück erfahren und genauso machtvoll sein werden wie sie selbst. 

Und genauso ist es auch mit der Kreativität. Manchmal ist die Energie gemächlich, langsam, fordert Aufmerksamkeit. Und ich erinnere mich wieder an den wahren Genuss: es geht nicht darum, etwas zu tun. Viel mehr kommt es auf das "Wie" an. Und wenn ich mit dem, was ich tue, völlig eins bin, total verschmolzen, dann bin ich erfüllt, angefüllt, mit dem Leben. 

Jede Handlung bekommt etwas Besonderes, wird gewichtig, ausgefüllt mit meinem Sein. Etwas, was in japanischer Tee-Zeremonie und anderen Künsten als höchste Erfahrung angestrebt wird. Jetzt verstehe ich es, wo ich selber etwas erschaffe. Früher dachte ich, es ginge um die perfekte äußere Ausführung. Jetzt weiss ich, es geht darum, über das Äußere in das Innere hinein zu gelangen, und dieses totale Einssein mit der Schöpfung zu erfahren.



Die Schönheit: Innen wie Außen.



Dienstag, 13. Mai 2014

Haute Couture

Manchmal ist es gut, sogar sehr gut, wenn ein Kleidungsstück einem nicht passt! Erst dann wird es zu einer Spielwiese für kreative Phantasien. Dieses Shirt (ohne Häkel-Blumen) in Magenta war mir zu kurz, lange lag es im hintersten Eck der Kommode, bis ich mich an etwas ganz Wagemutiges traute: